Warum manche an ihren Problemen hängen...

Kennt ihr das auch? Ihr habt einen Freund oder eine Freundin, die euch bei jeder Gelegenheit etwas über ein ganz bestimmtes Problem erzählt. Ganz geduldig hört ihr zu, dreht und wendet es gemeinsam und gebt alles an Weisheiten und Ratschlägen, was euch dazu einfällt. Dann verabschiedet ihr euch und ihr seid schon ganz gespannt, was der Freund oder die Freundin beim nächsten Mal erzählt. Welche Tipps und Ratschläge er oder sie vielleicht schon umgesetzt hat.

 

Und dann?

Beim nächsten Treffen geht es wieder von vorne los: gleiches Thema, gleicher Stand. Ihr schaut etwas verwundert und seid aber immer noch eifrig dabei, Tipps und Ratschläge zu geben - denn dafür sind Freunde schließlich da.

Aber nachdem ihr vier oder fünf oder sogar sechs mal das Phänomen “und täglich grüßt das Murmeltier” erlebt habt, fängt es euch an zu nerven. Und ihr fragt euch: Warum verdammt noch mal, will er nichts an dem Problem ändern? Warum verharrt er so starr und stur in seinem Problem und jammert stattdessen nur?

 

Seid beruhigt: das Phänomen ist nicht neu und jeder hat es mit Sicherheit schon mindestens einmal im Freundeskreis erlebt. Was aber auch  bedeutet, dass sich jeder, der das hier liest, auch selber an die Nase fassen kann.

 

Warum ist das so?

Wir Menschen sind Gewohnheitstiere. Alles was gewohnt ist, vermittelt Ruhe und Sicherheit und lässt uns unsere Kraft und Energie für andere Sachen nutzen. Jede Veränderung, insbesondere jene, die wir selber initiieren müssen, kosten dagegen Kraft und Energie, die uns dann an anderer Stelle nicht mehr zu Verfügung stehen.

 

Veränderungen sind unbequem und fühlen sich an wie ein paar neue, noch nicht eingelaufene Schuhe - bis die bequem sind und man keine Blasen mehr bekommt, muss man schon einige Male darin laufen. Manche wechseln dann lieber wieder in ihre alten Treter sprich Gewohnheiten zurück.

 

Verharrt ein Mensch in seinem Problem kann das ergo verschiedene Ursachen haben. Zum einen kann es sein, dass der Mensch seine Kraft und Energie an anderer Stelle einsetzt, wo diese seiner Meinung nach eher gebraucht werden. Auch kann der Mensch Angst davor haben, eine Veränderung anzustreben, da sie möglicherweise sowohl im privaten als auch beruflichen Bereich zu Konflikten führen kann.

 

Es kann aber auch durchaus sein, dass es sich um einen Menschen handelt, der fest an die Vorherbestimmung durch das Schicksal glaubt - und nicht daran, dass jeder sein Leben selber in der Hand hat. Sich dem Schicksal zu beugen und (jammernd) zu akzeptieren ist auch eine Form, mit seiner aktuellen Lebenssituation umzugehen. Diese Menschen glauben nicht daran, dass sie selber Veränderungen bewirken können. Sie sind überzeugt, dass es nicht in ihrer Macht steht, ihr Leben zu verändern und dass es nun mal so ist, wie es ist. Sie haben dies irgendwann einmal in ihrem Leben erfahren und fanden für diese Überzeugung immer wieder eine Bestätigung, bis sie zum eigenen Glaubenssatz geworden ist.

Wie gehe ich nun als Freund oder Freundin damit um?

Anstatt immer weiter auf die Lösung des Problems zu pochen, vielleicht einfach nur zuhören? Ohne zu kommentieren? Vielleicht auch von sich aus das Thema gar nicht mehr ansprechen? Dann bekommt das Problem weniger Aufmerksamkeit. Denn Energie fließt dorthin, wo die Aufmerksamkeit ist.

 

Vielleicht schaffst du es ja, die Aufmerksamkeit auf anderen Themen zu lenken, die gut sind. Positiv sind. Die Spaß machen. Das gibt deinem Freund oder deiner Freundin auch wieder Energie und Freiraum, auch mal nicht über das Problem zu reden. Auch das kann durchaus mal gut tun.

 

Manche Menschen ändern erst dann etwas an oder in ihrem Leben, wenn der Wunsch, die Umstände zu ändern stärker ist als die Bequemlichkeit der vertrauten Qual.

 

Manche Menschen brauchen für die Veränderung auch Unterstützung zum Beispiel durch einen Coach. Um sich zu trauen, bestimmte Themen anzugehen. Um sich zu trauen, Veränderungen zu beginnen.

 

Auch wenn du dir als Freund oder Freundin den Mund fusselig redest - der Wunsch nach Veränderung muss von innen und aus eigenem Antrieb heraus kommen.

 

 

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